Der FVDZ setzt ein klares Zeichen: Protest für die Zahnmedizin
Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) hat 2024 deutlich gemacht, wie ernst er die Kritik an der aktuellen Gesundheitspolitik der Bundesregierung nimmt. Dieser Protest wird auch in den kommenden Jahren fortgeführt. Einmalige Aktionen verlieren schnell an Wirkung und geraten in Vergessenheit. Daher koordinierte der FVDZ flächendeckende Proteste an fünf ausgewählten Tagen zwischen Februar und Juni. Diese Aktionen wurden durch umfassende Medienbegleitung unterstützt: Über 20 Pressemitteilungen wurden veröffentlicht, teils landesweit und bundesweit. Das Medienecho war stark – es gab Berichte in Radio und Fernsehen, und die Pressestellen des FVDZ, der ZKN und der KZVN waren nahezu rund um die Uhr in Anspruch genommen.
Ausgehend von Ostfriesland und Celle weiteten sich die Proteste auf ganz Niedersachsen aus. In einigen Regionen beteiligten sich bis zu 80 Prozent der Zahnarztpraxen und blieben geschlossen.
Das Maß ist voll – es muss sich etwas ändern
Die aktuellen Rahmenbedingungen sind für den FVDZ Niedersachsen nicht länger tragbar. Die niedergelassenen Zahnärzte stehen zunehmend vor großen Herausforderungen und sind enttäuscht über die bisherige Gesundheitspolitik. Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist es nicht mehr möglich, eine flächendeckende und wohnortnahe Zahnmedizin auf hohem Niveau zu gewährleisten.
Im medizinischen Bereich zeichnen sich weitreichende strukturelle Veränderungen ab. Die wachsenden Regularien und Einschränkungen in der zahnmedizinischen Versorgung stellen die Zukunft vor große Herausforderungen. Statt substantielle Lösungen zu bieten, reagiert die Politik derzeit nur auf die bestehenden finanziellen Engpässe.
Bürokratie und fehlende Planungssicherheit
Die bürokratische Belastung für Zahnärzte und Fachpersonal ist zu hoch. Zu viel Zeit wird mit administrativen Aufgaben verbracht, anstatt sich auf die Bedürfnisse der Patienten konzentrieren zu können. Der zunehmende Mangel im Gesundheitssystem wird verwaltet, anstatt Lösungen zu finden, die den Fokus auf die Patientenversorgung legen. Das Finanzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung, das zu einem rigiden Spardekret geführt hat, belastet die wohnortnahe Patientenversorgung zusätzlich. Der Zahnärztemangel in ländlichen Regionen hat zur Folge, dass Patienten zunehmend längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen oder überhaupt keinen Hauszahnarzt mehr finden. Die zunehmende Planungsunsicherheit sowie die stark gestiegenen Praxiskosten führen bereits dazu, dass immer mehr Zahnarztpraxen altersbedingt schließen, ohne dass Nachfolger zur Verfügung stehen.
Forderungen des FVDZ
Der FVDZ fordert eine sofortige Neuausrichtung der Gesundheitspolitik:
- Eine vollständige Vergütung aller erbrachten zahnärztlichen Leistungen
- Die Abschaffung der Budgetierung
- Die jährliche, dynamische Anpassung der Punktwerte der GOZ an die aktuelle Kostenentwicklung
- Eine sofortige Reduzierung des bürokratischen Aufwands
Der FVDZ – der größte zahnärztliche Berufsverband in Deutschland
Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) ist der größte zahnärztliche Berufsverband in Deutschland und vertritt die Interessen der Zahnärzteschaft gegenüber Politik, Behörden und der Öffentlichkeit. Der Verband setzt sich für eine freie und selbstbestimmte Ausübung des zahnärztlichen Berufs ohne politische Einflussnahme und Fremdbestimmung ein – zum Wohle aller Patienten.